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Franco-Diktatur in Spanien - Screenshot YouTube -40 AÑOS DE IMPUNIDAD, LA MATANZA DE VITORIA |
Hier
der zweite Teil über Spaniens jüngere Geschichte.
Amnestie
für die Verbrechen des Staates
Nach
dem Tod Francos im November 1975 blieb der Machtapparat vorerst
bestehen. Zu seinem Nachfolger hatte Franco Juan Carlos de Borbón y
Borbón bestimmt, der das Land in seinem Sinne weiterführen sollte.
Die Ära der faschistischen Diktaturen in Europa war jedoch zu Ende.
Während der Nelkenrevolution in Portugal 1974 wurde Marcelo Caetano
aus dem Amt gejagt, in Griechenland war ein Jahr zuvor das Ende der
Diktatur eingeläutet worden.
Man
kann annehmen, dass die Verantwortlichen um Juán Carlos I wussten,
dass in einem Europa, in dem Demokratien vorherrschen, ein
diktatorisch geführtes Spanien isoliert und rückständig bleiben
würde. Man begann, das Land zögerlich zu demokratisieren, weil zur
Demokratisierung eben auch die Zulassung von bis dahin verbotenen
Parteien wie der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE)
gehörte.
Dass
sich große Teile der faschistischen Strukturen in die Demokratie
retten konnte, wurde durch die Amnestie von 1977 begünstigt. Die
stellt alle Verbrechen mit politischem Hintergrund die bis 1977
begangen wurden straffrei. Auch die Verbrechen des Staates. Die
Bevölkerung nahm das Gesetz nur deshalb an, weil dadurch die
Freilassung von zahlreichen politischen Gefangenen garantiert war.
In
den Medien wird der Übergang Spaniens von der Diktatur zur
Demokratie oft als friedlicher Vorgang dargestellt. Das ist falsch.
Nicht erst Mariano Sánchez konnte durch seine Recherchen, die er in
dem Buch „Der blutige Übergang“ verarbeitete, belegen, dass
mindestens 591 Menschen zwischen 1975 bis 1983 aus politischen
Motiven in Spanien getötet wurden. 188 dürften durch
institutionelle Gewaltanwendung gestorben sein. Die übrigen Toten
gehen auf das Konto rechts- und linksextremer Terroristen. Unter
Franco starben Hunderttausende. Sie liegen verteilt über das ganze
Land in ungeöffneten Massengräbern oder wurden am Straßenrand
verscharrt. Unzählige sind verschwunden.
Seither
folgt die Politik der Linie des Schweigens. Selbst die Sozialisten,
die den Repressionen des Franco-Regimes ausgesetzt waren, stellen das
Vergessen über die Aufklärung. Schon 1986, beim Beitritt Spaniens
zur EU, sagte der damalige Ministerpräsident Felipe Gonzalez, dessen
Spanische Sozialistische Arbeiterpartei unter Franco verboten war:
„Der
Bürgerkrieg ist kein Ereignis dessen man gedenken sollte, auch wenn
er für die, die ihn erlebten und erlitten, eine entscheidende
Episode in ihrem Leben darstellt. Der Krieg ist endgültig
Geschichte, ist nicht mehr lebendig und präsent in der Realität
eines Landes, dessen moralisches Gewissen letztlich auf den
Prinzipien der Freiheit und der Toleranz basiert.“
Ein
letztes Aufbäumen der Anhänger des faschistischen Regimes erlebte
Spanien 1981, als am 23. Februar Einheiten der Guardia Civil unter
Führung von Oberstleutnant Antonio Tejero in das Parlamentsgebäude
in Madrid eindrangen und sämtliche anwesenden Abgeordneten für eine
Nacht als Geiseln nahmen.
Mangelnde
Unterstützung durch andere Militärs und das energische Auftreten
des jungen Königs ließen den Putschversuch scheitern. Die
Verantwortlichen wurden verhaftet und zu Gefängnisstrafen
verurteilt. Allerdings musste keiner seine Strafe voll absitzen. Juán
Carlos I wurde gefeiert, trat 2014 ab und Felipe VI rückte an seine
Stelle.
Die
Demokratie ehrt die Peiniger
Das
Täter wie Rodolfo Martín Villa und Folterknechte wie Antonio
González Pacheco heute Gäste des Königs seien können, während
sich für ihre Opfer kein Wort des Bedauerns findet, offenbart die
tiefe Verwurzelung des Faschismus in die besseren Kreise der
Gesellschaft.
Schon
im Vorfeld der Ehrungen hatte man sich von offizieller Seite
geweigert Vertreter jener Menschen zu den Feierlichkeiten einzuladen,
die unter Franco und in den Anfängen der Demokratie zu Schaden
kamen. Man zog es vor, ihre Peiniger auszuzeichnen.
Ein
Affront gegenüber den Geschundenen und all jenen, die für die
Aufarbeitung des Faschismus eintreten. Das Wahlbündnis Unidos
Podemos reagierte und lud im gleichen Gebäude unter dem Motto
„Porque fueron somos, porque somos serán“ (Weil sie waren, sind
wir, weil wir sind, werden sie sein.) zu einer Gegenveranstaltung zu
Ehren der Kämpfer für die Demokratie und Freiheit ein. Vertreter
der regierenden Partido Popular blieben dieser Veranstaltung fern.
Kein
Wunder: Die Fundamente der spanischen Demokratie sind derartige mit
Blut getränkt, dass es bei jedem Schritt bis ins Parlament und auf
die Regierungsbänke spritzt.
Der
Beitrag stammt ursprünglich von unserer Partnerseite Neue
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